Graf Hammermann

Sie ließ ihn mal wieder warten - gelangweilt nahm er wahllos einen der Flyer, die auf dem Tisch verteilt waren und traute seinen Augen nicht. In großen Lettern las er seinen Namen - Graf Hammermann - das konnte doch nur ein Scherz sein - expressive Improvisation - so der Untertitel. Absurd! Graf Hammermann und Improvisation, und auch noch expressiv - aber die Besetzung klingt interessant - es geht offensichtlich um Musik... wahrscheinlich immer noch besser, als hier zu warten, dachte er und machte sich auf den Weg...

mit:

Willehad Grafenhorst: Hawaiigitarre, Laptop

Reinhart Hammerschmidt: Kontrabass, Laptop

Wolfgang Schliemann: Perkussion

Impressionen aus Mecklenburg-Vorpommern...

Wieder einmal hatte er den kürzeren gezogen. Begleitet vom Spott seiner Gäste nahm er widerwillig seinen Mantel und machte sich auf den Weg.
 
"Ey Hammermann, biste jetzt unter die Künstler gegangen, oder watt?" Der Mann an der Kasse im Spätkoof deutete auf ein Plakat an der Tür - "Zweite Heimat", darunter "Graf Hammermann - Expressive Improvisation" - sein Name auf einem Plakat, offensichtlich ging es um Musik - in dieser Stadt wunderte ihn wirklich nichts mehr...
 
Später, der Morgen dämmerte bereits, kreisten seine Gedanken immer noch um dieses Thema - schon seit seiner Kindheit war ihm der Begriff "Heimat" fremd, aber "zweite Heimat" - wie zweite Chance, zweite Hand, oder zweite Liga? War ihm diese Stadt etwa zur zweiten Heimat geworden, nach all den Jahren? Er beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.